
Gummistiefel statt Klassenzimmer: Eine fünfte Gymnasialklasse aus der Wedemark hat im Februar das Lernen kurzerhand ins Moor verlegt – und dabei aktiv zum Klima- und Naturschutz beigetragen. Bei einem Pflegeeinsatz entfernten die Schülerinnen und Schüler jungen Birken- und Kiefernaufwuchs, um die empfindliche Moorlandschaft zu erhalten.
Die Arbeiten finden bewusst außerhalb der Brut- und Setzzeit statt. Durch das sogenannte Entkusseln wird verhindert, dass Gehölze dem Moor Wasser entziehen. Nur ein dauerhaft hoher Wasserstand ermöglicht es dem Moorkörper, seine wichtige Funktion als Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für spezialisierte Arten zu erfüllen.
Begleitet von Lehrkräften und ehrenamtlichen Naturschützerinnen und Naturschützern erhielten die Jugendlichen praxisnahe Einblicke in ökologische Zusammenhänge. Statt trockener Theorie stand aktives Handeln im Mittelpunkt – ein Ansatz, der Wirkung zeigt.
„Der Einsatz im Moor ist für die Schülerinnen und Schüler eine besondere Lernerfahrung. Sie arbeiten praktisch mit und verstehen unmittelbar, warum Moorschutz ein wichtiger Bestandteil des Klima- und Naturschutzes ist“, sagt Lehrer Christian Kossenjans, der den Einsatz begleitete. „Viele erleben hier zum ersten Mal, wie stark ihr eigenes Handeln zum Schutz eines sensiblen Ökosystems beitragen kann.“
Moore bedecken weltweit nur einen kleinen Teil der Landfläche, speichern jedoch enorme Mengen Kohlenstoffdioxid. Gleichzeitig zählen sie zu den wertvollsten Lebensräumen für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. In der Wedemark werden die Hochmoore seit mehreren Jahren gezielt wiedervernässt. Verschlossene Entwässerungsgräben und neu angelegte Dämme helfen dabei, den Wasserstand zu stabilisieren und die natürliche Funktion der Moore zu sichern.
Der Arbeitseinsatz der Schulklasse unterstützt diese Maßnahmen konkret – und stärkt zugleich das Umweltbewusstsein der jungen Generation. Die Aktion zeigt eindrucksvoll, wie schulisches Lernen, kommunaler Naturschutz und persönliches Engagement ineinandergreifen können.
Für die Schülerinnen und Schüler bleibt vor allem die Erfahrung, selbst Teil der Lösung zu sein: Klimaschutz beginnt nicht irgendwo – sondern direkt vor der eigenen Haustür.
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, kann sich selbst aktiv beim Moorschutz einbringen: Der NABU Wedemark lädt am Sonnabend, 28. Februar 2026, von 10 bis etwa 13 Uhr zu einem Pflegeeinsatz am Moorerlebnispfad in Resse ein. Treffpunkt ist der Parkplatz am Moorerlebnispfad, Osterbergstraße 37. Geplant ist das Entfernen von jungem Birken- und Kiefernaufwuchs. Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk sind erforderlich, an einigen Stellen sind Gummistiefel notwendig.





