
Die SPD-Regionsfraktion in der Region Hannover setzt sich für den Aufbau einer kommunalen „Regionsküche“ ein, um die Mittagessenversorgung an Schulen gesünder, qualitativ hochwertiger und verlässlicher zu gestalten. Ein entsprechender Antrag soll in die zuständigen Gremien eingebracht werden.
Ziel ist es, die Schulverpflegung künftig strategischer zu steuern, verbindliche Qualitätsstandards festzulegen und die regionale Wertschöpfung stärker einzubeziehen. Die Verwaltung soll zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme vornehmen, verschiedene Organisationsmodelle prüfen und einen realistischen Umsetzungsplan erarbeiten.
Eva Bender, Kandidatin der SPD für das Amt der Regionspräsidentin, betont die bildungs- und sozialpolitische Bedeutung des Vorhabens. „Ein gesundes Mittagessen ist ein zentraler Baustein für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Wenn wir den Ganztag weiter ausbauen, müssen wir auch die Qualität und Verlässlichkeit der Schulverpflegung neu denken. Mit einer kommunalen Regionsküche schaffen wir einheitliche Standards und stärken zugleich regionale Strukturen“, erklärt sie.
Nach Auffassung der SPD ist die derzeitige Situation durch unterschiedliche Modelle, zahlreiche Einzelverträge sowie teils stark abweichende Qualitäts- und Preisniveaus geprägt. Dies erschwere eine strategische Steuerung und führe zu Ungleichheiten zwischen Schulen und Kommunen.
Regina Hogrefe, Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion, sagt: „Wir wollen die Mittagessenversorgung aus einer Hand denken. Eine Regionsküche bietet die Chance, Qualität verbindlich zu sichern, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und regionale Lieferstrukturen systematisch einzubinden. Dabei legen wir Wert auf gute Arbeitsbedingungen und öffentliche Steuerung.“
Neben einer möglichen Eigenorganisation durch die Region sollen auch interkommunale Kooperationsmodelle sowie vergaberechtliche Varianten geprüft werden. Eine Vorfestlegung auf ein bestimmtes Modell ist nach Angaben der Fraktion nicht vorgesehen. Der Antrag soll zunächst mit dem Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen abgestimmt werden. Zudem sollen geeignete Kommunen als Modellstandorte für ein Pilotprojekt identifiziert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der digitalen und sozialen Ausgestaltung der Verpflegung. Bestell- und Bezahlsysteme sollen familienfreundlich organisiert und besser mit bestehenden Sozialleistungen verzahnt werden.
Thilo Scholz, schulpolitischer Sprecher der SPD-Regionsfraktion, unterstreicht die pädagogische Dimension: „Ganztagsschule braucht mehr als Unterricht – sie braucht eine verlässliche Infrastruktur. Eine gesunde und ausgewogene Verpflegung ist Teil des Bildungsauftrags. Mit einer Regionsküche können wir Qualitätsstandards festschreiben und zugleich regionale, nachhaltige Lieferketten stärken.“
Die Verwaltung soll bis Montag, 15. Dezember 2026, einen Zeit- und Maßnahmenplan vorlegen, der die Ergebnisse der Bestandsaufnahme, geprüfte Organisationsformen sowie Vorschläge für Modellkommunen enthält. Auf dieser Grundlage soll anschließend über konkrete Ausgestaltung, Finanzierung und einen stufenweisen Ausbau entschieden werden.
Leyla Hatami, Unterbezirksvorsitzende und Abgeordnete der Regionsfraktion, erklärt abschließend: „Mit dem Antrag knüpfen wir an frühere Initiativen zur Stärkung regionaler Lieferketten und zur Verbesserung der Schulverpflegung an und wollen nun den nächsten strukturellen Schritt gehen.“
