Radarsystem soll für mehr Sicherheit am Campus W in Mellendorf sorgen

Der Erste Gemeinderat Florian Lübeck (links) und Max Hüsken, Fachbereichsleiter für Schulen und Sport, auf dem Innenhof der Realschule mit dem neuen Radargerät.
Foto: Gemeinde Wedemark

Vandalismus und Vermüllung am Schulzentrum Mellendorf verursachen seit längerer Zeit immer wieder Schäden. Ein Pilotprojekt soll nun zeigen, ob neue Technik helfen kann, den Campus besser zu schützen. Im Innenhof der Realschule wird dazu ein radarbasiertes System installiert, das Bewegungen erkennt und Situationen automatisch bewertet.

Das System arbeitet ohne klassische Videoüberwachung. Es erstellt keine Bilder, erkennt keine Gesichter und verarbeitet keine personenbezogenen Daten. Damit erfüllt die Technik die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung. Eingesetzt wird das System ausschließlich außerhalb der Öffnungszeiten des Campus W.

„Uns ist wichtig, Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte der Menschen zu schützen, die sich nichts zuschulden kommen lassen. Deshalb setzen wir bewusst auf eine moderne Lösung ohne Videoaufnahmen“, erklärt der Erste Gemeinderat Florian Lübeck.

Die Technik reagiert stufenweise auf Bewegungen im überwachten Bereich. Zunächst gibt das System ein akustisches Signal aus. Anschließend folgen Lautsprecherdurchsagen mit Hinweisen auf die Hausordnung. Bleiben diese Hinweise ohne Wirkung, kann ein Sicherheitsdienst informiert oder schließlich die Polizei alarmiert werden.

Der Pilotversuch konzentriert sich zunächst auf den Innenhof der Realschule. Dort kam es in der Vergangenheit wiederholt zu Sachbeschädigungen und Vermüllung. „Schulen sind Orte des Lernens und der Begegnung. Ich will verhindern, dass öffentliche Gebäude beschädigt werden und hohe Reparaturkosten entstehen“, betont Lübeck.

Bereits kleinere Schäden können schnell vier- oder fünfstellige Summen verursachen. Dieses Geld könne an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden, etwa für Bildung oder die Ausstattung der Schulen.

Der Versuch ist bewusst auf einen begrenzten Bereich angelegt. Die Verwaltung will prüfen, ob die Technik tatsächlich dazu beitragen kann, Schäden zu vermeiden und Konflikte frühzeitig zu entschärfen. Gleichzeitig wird untersucht, ob ähnliche Systeme künftig auch an anderen sensiblen Orten sinnvoll eingesetzt werden könnten, etwa auf weiteren Flächen des Schulcampus oder im Umfeld von Bahnhöfen.

Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Strategie für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum. „Wir handeln. Wenn Technik hilft, Schäden zu verhindern und Konflikte früh zu entschärfen, werden wir diese Möglichkeiten nutzen“, so Lübeck.

Auch über den Campus hinaus denkt die Verwaltung bereits weiter. Gespräche mit der Deutschen Bahn sollen klären, ob sich vergleichbare Technologien künftig auch an Bahnhöfen und S-Bahn-Stationen einsetzen lassen.

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