Studierende der Hochschule Hannover präsentieren Forschungsarbeiten im Bundestag

Hannah Diederich, Prof. Dr. Johannes Berendt, Hannah Reipen, Prof. Dr. Maik von Fischer und Ali Faruk Gönülalan (von links).

Drei Studierende der Hochschule Hannover haben ihre Forschungsarbeiten im Deutschen Bundestag vorgestellt. Im Rahmen der Ausstellung „Poster im Bundestag: Wissenschaftsfreiheit – die Freiheit zu forschen“ präsentierten Ali Faruk Gönülalan, Hannah Reipen und Hannah Diederich ihre Projekte. Die Arbeiten werden drei Wochen lang an prominenter Stelle im Bundestag gezeigt.

Die feierliche Eröffnung fand am Donnerstag, 25. Juni 2026, statt. Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz begrüßte Studierende aus 28 deutschen Universitäten und Hochschulen. Die präsentierten Arbeiten waren zuvor von einer Jury aus einer Vielzahl von Einreichungen ausgewählt worden.

Hannah Diederich, Absolventin des Bachelor-Studiengangs Public Relations, untersuchte in ihrer Abschlussarbeit, wie große US-Unternehmen in den ersten 100 Tagen der zweiten Amtszeit Donald Trumps über Diversity, Equity und Inclusion kommunizierten. Die Ergebnisse verglich sie mit der Kommunikation derselben Unternehmen zu Beginn der Präsidentschaft Joe Bidens. Die Analyse zeigt nach Angaben der Hochschule, dass entsprechende Themen unter Trump in Pressemitteilungen merklich seltener und zurückhaltender aufgegriffen wurden. Die Arbeit mache damit sichtbar, wie sensibel Unternehmenskommunikation auf politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Polarisierung reagiere.

„Es war ein einmaliges Erlebnis, die eigene Abschlussarbeit im Bundestag vorstellen zu dürfen“, sagte Diederich. „Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich Studierende aus ganz Deutschland forschen und welche Themen sie bewegen.“

Auch Ali Faruk Gönülalan und Hannah Reipen, beide BWL-Studierende an der Hochschule Hannover, präsentierten ihre Forschung in Berlin. Gemeinsam untersuchten sie unter dem Titel „Zwischen Leistungsdruck und Lebensrealität, wie Studienerfolg unter realen Studienbedingungen entsteht“, wie Selbstorganisation, Zeitmanagement und Stressbewältigung mit finanziellen Belastungen, Erwerbstätigkeit und Prüfungsdruck zusammenwirken. Auf Basis empirischer Daten kamen sie zu dem Ergebnis, dass erfolgreiches Studieren nicht nur eine Frage individueller Leistung ist, sondern auch von den Rahmenbedingungen abhängt, unter denen Studierende lernen, arbeiten und leben.

Für Gönülalan war der Auftritt im Bundestag ein besonderer Moment. „Wenn mir am Anfang meines Studiums jemand gesagt hätte, dass ich einmal meine eigene Forschung im Bundestag vorstellen darf, hätte ich das wahrscheinlich nicht geglaubt“, sagte er. „Es war schon ein besonderer Moment, dort zu stehen und mit so vielen unterschiedlichen Leuten über unser Thema zu sprechen. Ein großes Dankeschön geht auch an unseren Professor, der uns auf dem Weg unterstützt und ermutigt hat.“

Reipen ergänzte: „Irgendwie ist es schon süß, wenn man merkt, dass die eigene Arbeit plötzlich außerhalb der Hochschule Aufmerksamkeit bekommt. Gleichzeitig ist es auch richtig stark, welche Möglichkeiten wir schon im Studium bekommen. Aus Berlin nehme ich viel Motivation mit – und das Gefühl, etwas geschafft zu haben, das wirklich ernst genommen wird.“

Prof. Dr. Josef von Helden, Präsident der Hochschule Hannover, wertet die Präsentation als besondere Anerkennung für die studentische Forschung an der Hochschule. „Wir freuen uns sehr über diesen besonderen Erfolg unserer Studierenden“, sagte er. „Die Präsentation im Bundestag ist eine große Ehre und zugleich eine Anerkennung für die Qualität studentischer Forschung an der HsH. Die beiden Projekte zeigen, wie praxisnah, wissenschaftlich fundiert und gesellschaftlich relevant unsere Studierenden forschen.“

Auch die Betreuer der Arbeiten waren zur Eröffnung in den Bundestag eingeladen. Prof. Dr. Maik von Fischer und Prof. Dr. Adriana Cardozo Silva betreuten die Arbeit von Gönülalan und Reipen, Prof. Dr. Johannes Berendt die Arbeit von Diederich. Sie nutzten die Gelegenheit nach Angaben der Hochschule auch zum Austausch über studentische Forschung.

Die Ausstellung „Poster im Bundestag“ kann noch bis zum 17. Juli 2026 im Deutschen Bundestag besucht werden. Weitere Informationen gibt es unter https://uol.de/poster-im-bundestag.

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