Die Region Hannover und die Landeshauptstadt Hannover richten zum 1. Oktober 2026 eine gemeinsame Antidiskriminierungsstelle ein. Das haben der Rat der Landeshauptstadt Hannover am 25. Juni 2026 und die Regionsversammlung am 30. Juni 2026 beschlossen.
Die Stelle bleibt bei der Landeshauptstadt Hannover angesiedelt, weitet ihr Beratungs- und Unterstützungsangebot künftig aber auf alle Bürger der Mitgliedskommunen der Region Hannover aus.
Bisher stand die Antidiskriminierungsstelle der Landeshauptstadt Hannover nur Einwohnern der Stadt offen. Mit der neuen Kooperation wird das Angebot auf die gesamte Region ausgeweitet. Zur Umsetzung stellt die Region zusätzliche Ressourcen bereit. Vorgesehen sind eine Aufstockung um 2,5 Stellen, finanzielle Mittel für Bildungsangebote, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit sowie eine jährliche Zahlung von 312.250 Euro für Personal-, Sach- und Verwaltungskosten.
„Die Zusammenarbeit zwischen Region und Landeshauptstadt zeigt, wie wichtig uns der Schutz vor Diskriminierung ist. Diese Stelle wird eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene sein und in der gesamten Region dazu beitragen, Versorgungslücken zu schließen“, sagt Jens Palandt, Erster Regionsrat.
Auch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay betont die Bedeutung der gemeinsamen Stelle. „Die Region Hannover lebt von ihrer Vielfalt. Mit der gemeinsamen Antidiskriminierungsstelle stärken wir die Prävention, die Aufklärung und die Unterstützung von Betroffenen von Diskriminierung. Die langjährige Expertise der Landeshauptstadt Hannover bildet eine sehr gute Grundlage für die neu geschaffenen Strukturen“, so Onay.
Die Antidiskriminierungsstelle der Landeshauptstadt Hannover besteht seit 1998 und hat sich als zentrale Anlaufstelle für Menschen etabliert, die Diskriminierung erfahren oder beobachten. Jährlich werden rund 250 Fälle gemeldet. Etwa 15 Prozent konnten bislang nicht bearbeitet werden, weil sie außerhalb der Stadtgrenzen lagen. Mit der neuen Struktur sollen diese Versorgungslücken geschlossen werden.
Zu den Aufgaben der Stelle gehören die Beratung von Bürgern sowie Mitarbeitenden, Präventions- und Netzwerkarbeit zur Vermeidung von Diskriminierung, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen. Hinzu kommen fachliche und konzeptionelle Arbeit gegen strukturelle Diskriminierung sowie die Stärkung bestehender Netzwerke engagierter Akteure in der Region.
