Nach Kritik an S4-Ausfällen: Transdev kündigt Verbesserungen an

Nach massiver öffentlicher Kritik am vollständigen Ausfall der S-Bahnlinie S4 zwischen Hannover und Bennemühlen hat der Betreiber Transdev angekündigt, den Betrieb schrittweise wieder aufzunehmen. Ab Donnerstag, 15. Januar 2026, soll durch den Einsatz angemieteter Doppelstockwagen und Lokomotiven zunächst ein Stundentakt eingerichtet werden. Ab Montag, 19. Januar, kündigt Transdev die Rückkehr zum halbstündlichen Regelbetrieb an.

Der parteilose Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Wedemark, Florian Lübeck, und der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Gemeinde Wedemark, Jean-Pascale Schramke, bewerten diese Entwicklung als Reaktion auf den aufgebauten öffentlichen Druck. Lübeck erklärte, dass Transdev erst nach klarer Benennung der Missstände gehandelt habe und ohne den Protest der Pendler sowie der Kommunalpolitik keine Bewegung entstanden wäre. Er sprach von einem ersten Erfolg für die vielen Berufspendler in der Wedemark.

Auch Schramke sieht in den angekündigten Maßnahmen lediglich einen Zwischenschritt. Ein Stundentakt sei kein regulärer Betrieb, sondern eine Notlösung. Dass erst nach massiver Kritik reagiert worden sei, bezeichnete er als bezeichnend für das bisherige Vorgehen von Transdev.

Hervorgehoben wurde von beiden Kommunalpolitikern die Unterstützung auf Ebene der Region Hannover. Schramke betonte, dass Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz sowie Eva Bender, SPD-Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin, die Perspektive der Wedemark ernst genommen und die Kritik an Transdev aktiv unterstützt hätten. Diese Rückendeckung sei entscheidend gewesen.

Nach Angaben Lübecks war die Resonanz aus der Bevölkerung groß. Es habe zahlreiche Rückmeldungen über soziale Medien, persönliche Gespräche sowie Zuschriften gegeben. Dies zeige, dass gemeinsames Auftreten Wirkung entfalten könne.

Trotz der angekündigten Verbesserungen bleibt die Kritik an Transdev bestehen. Schramke machte deutlich, dass es nicht hinnehmbar sei, eine Kommune über Wochen faktisch vom S-Bahn-Netz abzuhängen. Von dem Betreiber werde erwartet, dass die angekündigte Notlösung zuverlässig funktioniere und weitere Ausfälle vermieden würden.

Lübeck verwies in diesem Zusammenhang auf die grundsätzliche Bedeutung eines verlässlichen Nahverkehrs als Teil der Daseinsvorsorge. Sollte ein Betreiber diese Aufgabe dauerhaft nicht erfüllen, müsse auch ein Wechsel ernsthaft geprüft werden. Beide Politiker unterstützen den Vorschlag von Gemeindebürgermeister Helge Zychlinski, zu prüfen, ob die Üstra perspektivisch eine eigene S-Bahn-Sparte aufbauen und sich an künftigen Ausschreibungen beteiligen könne.

Abschließend erklärten Lübeck und Schramke, dass die Wedemark nicht abgehängt werden dürfe. Der weitere Verlauf werde aufmerksam begleitet, um sich weiterhin für die Interessen der Bürger einzusetzen.

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