
Im bestehenden Umspannwerk Meitze ist bei einem Ortstermin deutlich geworden, wie wichtig stabile technische Anlagen, klare Zuständigkeiten und eine enge Zusammenarbeit für den Schutz der Bevölkerung sind. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die kritische Infrastruktur auch in besonderen Lagen zuverlässig funktionieren kann.
Das Umspannwerk reduziert Strom von 110 Kilovolt auf 20.000 Volt Mittelspannung und verteilt ihn anschließend über zahlreiche Trafostationen weiter. Damit bildet die Anlage eine wesentliche Grundlage für eine stabile Stromversorgung im Alltag und im Krisenfall. Avacon stellte bei dem Termin die Planungen für eine neue Schaltanlage vor. Die Bauarbeiten für das neue Gebäude sollen im Sommer beginnen. Vor Ort informierten sich Erster Gemeinderat Florian Lübeck, Katrin Faesel als Teamleitung Öffentliche Ordnung, Ortsbürgermeister Dirk Baerbock und Ortsbrandmeister David Pausewang.
Das neue Gebäude soll rund 30 Meter lang und 14 Meter breit werden. Es bietet Platz für 56 Schaltfelder und verdoppelt damit die Kapazität der bisherigen Anlage. Für Bevölkerungsschutz und Daseinsvorsorge bedeutet das vor allem mehr Sicherheit durch zusätzliche Redundanzen und bessere Steuerungsmöglichkeiten im Störungsfall.
Florian Lübeck betonte die Bedeutung solcher Einrichtungen für den Ernstfall. „Kritische Infrastruktur muss auch unter Belastung funktionieren. Für uns zählt, dass wir im Ernstfall wissen, worum es geht, klare Abläufe haben und schnell reagieren können“, sagte er. Lübeck leitet den Verwaltungsbereich Bürgerdienste, zu dem auch der Fachbereich Ordnung und Soziales mit der Feuerwehr gehört.
Wie wichtig eingespielte Abläufe sind, machte Ortsbrandmeister David Pausewang mit einem Beispiel aus der Praxis deutlich. Bei einem Einsatz an einem Lastschalter habe die Feuerwehr warten müssen, bis ein Techniker vor Ort gewesen sei. Wegen starker Rauchentwicklung habe dieser dann zunächst nicht arbeiten können. „Das hat Zeit gekostet“, schilderte Pausewang. Solche Situationen erschwerten die Einsatzarbeit und erhöhten den Druck auf alle Beteiligten.
Nach Fertigstellung der neuen Anlage plant Avacon deshalb eine gezielte Einweisung der Feuerwehr. Die Einsatzkräfte sollen Technik, Zugänge und Abläufe genau kennenlernen, um im Ernstfall schneller und sicherer handeln zu können.
Katrin Faesel ordnete dies in die vorbeugende Arbeit der Verwaltung ein. „Wir entwickeln unsere Alarmpläne weiter und stimmen sie mit allen Beteiligten ab. Klare Strukturen helfen, im Einsatz keine Zeit zu verlieren und gegebenenfalls auch im Krisenstab die Situation im Griff zu haben“, erklärte sie.
Für Avacon steht die Betriebssicherheit im Mittelpunkt. „Unsere Anlagen müssen auch in Ausnahmesituationen stabil bleiben. Deshalb planen wir mit hohen Sicherheitsreserven und klaren Prozessen“, sagte Marco Hirte, Abteilungsleiter Betrieb Umspannwerke.
Der Ortstermin machte deutlich, dass Technik, Gefahrenabwehr und Krisenmanagement eng ineinandergreifen. Ziel ist eine verlässliche Struktur, die auch im Ernstfall trägt.
