Weiße Gespinste an Bäumen und Sträuchern fallen derzeit vielerorts ins Auge. Immer wieder erreichen die Gemeindeverwaltung Wedemark Hinweise auf einen möglichen Befall mit dem Eichenprozessionsspinner. In vielen Fällen handelt es sich jedoch um die deutlich häufigere und für Menschen ungefährliche Gespinstmotte.
„Nicht jedes Gespinst im Baum ist automatisch ein Eichenprozessionsspinner“, erläutert Doris Michel, Baumfachfrau bei der Gemeinde Wedemark. „Wer die wichtigsten Merkmale kennt, kann beide Arten meist gut unterscheiden.“
Der Eichenprozessionsspinner kommt fast ausschließlich an Eichen vor. Seine Raupen sind behaart und bewegen sich häufig in langen Reihen hintereinander. Diese sogenannten Prozessionen haben der Art ihren Namen gegeben. Die Nester sitzen meist am Stamm oder in Astgabeln und wirken grau-weißlich und filzig. Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln die Raupen feine Brennhaare, die bei Menschen Hautreizungen, Augenbeschwerden oder Atemwegsprobleme auslösen können.
Anders verhält es sich bei der Gespinstmotte. Ihre Raupen sind unbehaart und gesundheitlich unbedenklich. Sie befallen häufig Obstbäume, Weißdorn, Pfaffenhütchen oder andere Sträucher und können ganze Pflanzen mit auffälligen weißen Gespinsten überziehen. Der Anblick wirkt oft spektakulär, stellt für Menschen jedoch keine Gefahr dar. Die Gehölze treiben in der Regel wieder aus.
Wer Raupen oder Nester an einer Eiche entdeckt, sollte Abstand halten und den Fund melden. Eine eigenständige Entfernung empfiehlt die Verwaltung nicht. Die Bekämpfung sollte durch Fachfirmen erfolgen. Die Gespinste werden in der Regel mit Spezialsaugern entfernt. Grundsätzlich liegt die Verantwortung für die Bekämpfung bei den jeweiligen Eigentümern der Bäume.
In dieser Woche sind die ersten Eichenprozessionsspinner auch an gemeindeeigenen Eichen gesichtet worden. Selbst ein Befall mit dem Eichenprozessionsspinner ist nach Angaben der Gemeinde jedoch kein Grund, Eichen zu fällen. Gerade in heißen Sommern leisten die Bäume einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und spenden Schatten.
